TTTM 216 – Dummheit

Shownotes

Intro (CC-BY) – Bearbeitet
Outro (CC-BY) – Bearbeitet

2 Gedanken zu „TTTM 216 – Dummheit

  1. *Hände über Kopf zusammenschlag* Da hab ich ja einiges vor mir. Aber hey, was tut man nicht um sich wichtig zu fühlen. 😉

    Ihr habt Glück – ich hatte dieses Semester im Biologie-Praktikum tatsächlich ne Menge mit Blut zu tun. 😀
    Hier ist zur Veranschaulichung mal das Blutgruppenbild von Wikipedia: goo.gl/oZHtSh
    Wichtig zu wissen ist: Obwohl bei der Blutspende das “Vollblut” (also alles was so durch die Blutgefäße fließt) gespendet wird, wird dieses danach in seine Bestandteile aufgeteilt. Im Praktikum haben wir das in einer Zentrifuge gemacht, die die Teilchen im Grunde nach der Dichte sortiert. Was dabei rumkommt ist dass die roten Blutkörperchen (Erythrozyten oder liebevoll Erys genannt) ganz unten landen, dazwischen ne ganz dünne Schicht plättchenreiches Plasma ist (da sind die Blutplättchen drin, die für den Wundverschluss sorgen) und da drüber das Blutplasma. Da sind die Antikörper drin (und Proteine, Lipide und der ganze niedermolekulare Rest der hier unwichtig ist).
    Das Ding ist jetzt: Das Blutplasma kann vom Körper ganz easy gebildet werden, das ist 90% Wasser. Die Erythrozyten aber nicht, das dauert nämlich Stunden bis Tage (wenn ich mich richtig erinnere). Was Du also im Endeffekt spendest sind Deine Erys. Also musst Du schauen dass in dem Blut des Empfängers keine Antikörper drin sind, die an die gespendeten Erys binden, weil das nämlich Klumpen bildet und das wollen wir ja nicht. (Diese Verklumpung ist übrigens auch was im Immunsystem passiert: Da gibt es Antigene gegen bestimmte Krankheiten. In den Semesterferien werd ich mir mal die Zeit nehmen da ein Video drüber zu machen.) Die Blutgruppe 0 hat keine Antigene, also Bindungsstellen für Antikörper, an den Erys und ist damit Universalspender. AB ist Universalempfänger.
    Der Rhesusfaktor ist sowas Ähnliches: Die Erys haben meistens Proteine auf der Oberfläche, die für den Ammonium-Transport notwendig sind (bei Mäusen hat man sogar bemerkt dass wenn die fehlen weniger Spermien produziert werden).
    Wenn Du jezt Rhesus-positive Erys in Rhesus-negatives Blut gibst, passiert direkt erstmal nichts, aber wenn Du das öfter machst bildet der Körper des Empfängers Antigene dagegen und das ruft dann die gleiche Agglutinationsreaktion (Verklumpung) hervor. Rhesus-negative Menschen sind deutlich seltener als Rhesus-positive, deren Blut ist also begehrter.

    Long Story Short: Bestes Blut ist 0 negativ, “schlechtestes” ist AB positiv. 😉

    Alles klar, dann zu der Zwitter-Geschichte. Was ihr über Evolution verstehen müsst ist, dass es ein sehr, sehr gradueller Prozess ist. Ein tolles Beispiel, das Richard Dawkins (der Begründer des Memes übrigens) gerne anbringt, ist der rückläufige Kehlkopfnerv. Der verbindet euer Gehirn mit dem – na, könnt ihr es euch denken? – Kehlkopf. In Fischen war der vor Urzeiten schon angelegt, und bei denen führt der kürzeste Weg zwischen dem Ursprung und dem Ziel unter der Aorta entlang.
    Nun ist es natürlich eine sehr kleien Veränderung, während ein Tier oder Körperteil wächst, auch die Organe und Nerven ein winziges bisschen größer zu machen. Allerdings wäre es ein riesiger Sprung, den Nerven von unter der Aorta nach darüber zu verlegen.
    Und jetzt ratet mal, wo der in Giraffen lang geht: Vom Hirn die paar Meter Hals unter der Aorta entlang wieder hoch zum Kehlkopf.
    Ein ähnlicher Fall ist das mit den Brustwarzen: Während der Embryonalentwicklung durchlaufen alle Teiere in gewissem Sinne ihre evolutionäre Stammesgeschichte. Dabei entstehen die Brustwarzen recht früh – die frühesten Lebewesen waren auch Zwitter. Man denke an Goldfische oder Frösche, die ihr Geschlecht ändern können, nur um ein Beispiel zu nennen. Bei Reptilien, zB Krokodilen ist es so dass sich das Geschlecht je nach Brutbedingung bestimmt – also während der Embryonalentwicklung.
    Genau das passiert bei Menschen auch. Das Y-Chromosom beginnt erst ab der 10. Schwangerschaftswoche überhaupt irgendwas zu machen – davor entwickeln sich männliche und weibliche Föten gleich. Und in dieser Zeitspanne werden eben auch die Brustwarzen angelegt.
    Das heißt allerdings nicht dass die frühen Menschen Zwitter waren: Tatsächlich wurde das noch bei keinem Säugetier beobachtet. Auf der Wissen vor acht-Seite habe ich genau diese Behauptung gefunden, allerdings ohne jegliche Quellenangaben. Auch durch Suche in Google und Google Scholar gab es keine Ergebnisse außer griechischen und germanischen Mythen darüber – ich würde es deshalb erstmal nicht blind glauben.

  2. Ich glaube, ich war während meiner gesamten Schulzeit nicht einmal so aufmerksam, wie gerade beim Lesen dieses Textes. Vielleicht im Sexualkunde… Hier ging es aber ja zum Teil auch um Brustwarzen, also nachvollziehbar.

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